GNZ 02.12.2017 – A-Team

Oberndorfs magisches Fünfeck

Der FSV Bad Orb und der SV09 Somborn liegen abgeschlagen am Tabellenende

Fußball (gük). Zur Winterpause deutet sich in der Gruppenliga Frankfurt Ost ein Fünfkampf um die Meisterschaft an. Die Teams JSK Rodgau, Germania Großkrotzenburg, Rosenhöhe Offenbach, 1. FC Erlensee und SV Eintracht Altwiedermus sind nur drei Punkte voneinander getrennt. Aufsteiger VfB Oberndorf überwintert mit 33 Punkten auf Rang acht und hat beste Chancen, das ausgegebene Ziel Klassenerhalt zu realisieren.
Die anderen beiden Gelnhäuser Kreisklubs, der FSV Bad Orb und der SV09 Somborn überwintern auf Rang 17 und 18. Aufgrund eines erheblichen Rückstands zum rettenden Ufer dürfte der Klassenerhalt Utopie sein. Der 1. FC Langen, FSV Bischofsheim, Kickers Obertshausen, FC Dietzenbach, SG Marköbel und der 1. FC Hochstadt dürften nach dem jetzigen Stand die vier anderen Direktabsteiger unter sich ausmachen.

Fünfkampf um den Titel

Am letzten Spieltag vor der Winterpause fing die JSK Rodgau den bisherigen Spitzenreiter 1. FC Erlensee mit einem 5:0-Sieg gegen Steinheim ab. Durch vier Heimniederlagen verspielte das Team von Talentschmied Andreas Humbert allerdings eine noch bessere Ausgangsposition. Mit zwei Punkten Rückstand folgt Verbandsligaabsteiger Germania Großkrotzenburg. Gegen vermeintlich leichte Gegner fehlt der Mannschaft von Trainer Christian Schönig die richtige Einstellung. So kassierte Großkrotzenburg gegen die Abstiegskandidaten Langen (0:3) und Obertshausen (0:1) zwei unerwartete Niederlagen, dafür wurde Erlensee zweimal geschlagen.
Auf Rang drei hat sich die Uberraschungsmannschaft Rosenhöhe Offenbach eingenistet. Vor der Runde galt das Team von Übungsleiter Tevfik Kilinc als Geheimtipp. Wenn in der Restrunde noch die Leistungsträger Fabian Curth und Evangelos Bellos fit werden, muss man abwarten, zu was die Rosenhöhe fähig ist.
Mit zwei Niederlagen zum Auftakt der Runde und zwei Pleiten zum Jahresende verspielte der 1. FC Erlensee Rang eins. Dazwischen zeigte die junge Garde von Trainer Tobias Heilmann begeisterten Fußball, der zwischenzeitlich mit Rang eins belohnt wurde. Trotz eines relativ großen Kaders machten sich die Ausfälle der beiden Mittelstürmer Alexander Schunk und Daniel Januschka negativ bemerkbar. Dennoch verfügt die junge Mannschaft über großes Potenzial und dürfte mit Sicherheit bis zum Ende um die Meisterschaft mitspielen.
Mit dem SV Eintracht Altwiedermus hat sich ein frecher Aufsteiger auf Platz fünf platziert. SVA-Macher Bernd Fernau hatte mit seinen Einkäufen (Michael Kohnke, Cedric Liuzzo, Nikola Andrejic, Mimoun Attanin und Emanuel Becker) mal wieder ein goldenes Näschen. Die erfahrenen Gruppenliga-Recken bilden zusammen mit Kapitän Kevin Lehr und Torwart Philipp Wolf das starke Gefüge der Ronneburger, zudem stellt die Mannschaft die zweitbeste Offensive. Einzig die Anzahl der Gegentreffer (38) ist noch verbesserungswürdig. Zudem ist Kohnke mit fünf Ampelkarten der absolute Gelb-Rot-König der Gruppenliga.

Das Mittelfeld der Liga

Türk Gücü Hanau drückte zu Saisonbeginn mit sechs Startsiegen mächtig aufs Gaspedal. Durch Verletzungen von Stammspielern machte sich die fehlende Qualität in der Kader-Breite bemerkbar. In Erlensee (0:5) und Großkrotzenburg (0;4) bekam die Mannschaft von Trainer Blerim Petrovci die Grenzen aufgezeigt. Aufsteiger SVG Steinheim wies das Spitzenteam Erlensee zweimal in die Schranken. Mit Payam Khederzadeh, Andrej Kolchak und Peter Balzer Verfügen die Schützlinge von Trainer Jürgen Baier über drei ganz starke Offensivspieler.
Neuling VfB Oberndorf hat sich mit 33 Zählern (Rang acht) gut für die Restrunde positioniert. Durch eine intensive Vorbereitung im Sommer machte Coach Reinhold Jessl seine Jungs fit für die Gruppenliga. Das „Filetstück“ ist zweifelsfrei die Offensive. Das magische Fünfeck mit Kai Helmchen, Tim Lingenfelder, Nico Thomas, Sebastian Jessl und Almir Muminovic erzielte 43 der insgesamt 44 Tore und gilt als Lebensversicherung für den Klassenerhalt. Schafft es die Mannschaft über ihre Tugenden Leidenschaft und Teamgeist immer 100 Prozent auf den Platz zu bringen, ist der VfB Oberndorf für jede Mannschaft schwer zu spielen. Ihr bestes Saisonspiel lieferten die Jossgründer beim 2:0-Sieg in Großkrotzenburg ab.

Teams im Abstiegskampf

Mit jeweils 29 Zählern liegen die Sportfreunde Seligenstadt und Germania Klein-Krotzenburg auf den Rängen neun und zehn. Die Seligenstädter spielten ergebnismäßig eine sehr wechselvolle Runde, allerdings ärgerte man kurz vor der Winterpause mit Erlensee (1:1) und Großkrotzenburg (2:1) zwei Topteams. Klein-Krotzenburg führt mit sechs Roten Karten die Sünderkartei an. Dabei wurden die Stürmer Gianpiero Iantorno und Florent Hajzeraj zu Wiederholungstätern und sahen zweimal Rot. Nach neun Spieltagen stand Klein-Krotzenburg in der Spitzengruppe, danach war es von den Ergebnissen her eine Achterbahnfahrt.
Der 1. FC Langen zeigt bislang noch keine richtige Konstanz. Immerhin wurden gegen Großkrotzenburg vier Punkte geholt. In der Restrunde dürfte es ein schwerer Weg Richtung Klassenerhalt werden.
Nach den Abgängen von fünf Leistungsträgern legten die „Bischofsheimer Frösche“ einen Rumpelstart mit zwei Punkten aus acht Spielen hin. Nach dem Auswärtssieg in Bad Orb zeigte die Formkurve nach oben. Das Team von Trainer Michael Raudnitzky überwintert über dem Strich.
Nach elf Spieltagen zog Kickers Obertshausen die Reißleine und trennte sich vom neuen Coach Nils Noe. Mit Marcel Dindorf und Simon Römgens soll ein internes Spielerduo das Unternehmen Klassenerhalt in trockene Tücher packen.
Der FC Dietzenbach ließ gegen einige Mitkonkurrenten im Abstiegskampf wichtige Zähler liegen und will in der Restrunde nochmal richtig angreifen.
Auch im zwölften Jahr ihrer Zugehörigkeit bestreiten die „Hammersbacher Gallier“ der SG Marköbel wieder den Abstiegskampf. Neuzugang Philipp Op de Hipt zog sich einen Kreuzbandriss zu und fällt als Hoffnungsträger für die Offensive aus. Wie in der Vergangenheit wird das Team von Trainer Wolfram Rohleder wieder bis zum Ende zittern müssen.
Für den 1. FC Hochstadt steht nach den Abgängen der Stürmer Ilker Bicakci und Emanuel Becker Abstiegskampf auf dem Programm. Ganz bitter waren die beiden Niederlagen gegen die Schlusslichter FSV Bad Orb und SV09 Somborn.

Gelnhäuser Kreisvereine

Für Aufsteiger FSV Bad Orb wurde die Gruppenliga in den ersten 13 Spielen zum Selbstbedienungsladen für die gegnerischen Teams. Ein mageres Pünktchen zierte das Konto der Kurstädter, ehe die Trennung von Trainer Boban Milovanovic erfolgte. Milovanovic’s Nachfolger ist auch sein Vorgänger: Helmut Dauth. Dauths Einstand war mit dem 4:0 im Kreisderby in Somborn furios. In sechs Spielen unter seiner Leitung sammelte die Mannschaft immerhin
Beim SV09 Somborn wurde der große personelle Umbruch im Sommer für den neuen Spielertrainer Tuncay Zortuk zum Ritt auf der Rasierklinge. Viele junge und talentierte Spieler wurden für das Unternehmen Gruppenliga angeworben, doch mit Talent alleine kann man im Haifischbecken Gruppenliga nicht mitschwimmen. Ein weiteres Manko war die Tatsache, dass Spielertrainer Zortuk nie zweimal hintereinander die gleiche Elf aufbieten konnte. Sein Konzept mit erfahrenen Recken in der Deckung und jungen Wilden im Angriff konnte nie gezielt umgesetzt werden, weil immer wieder Akteure aus verschiedensten Gründen ausfielen. Bei drei Punkten auf der Habenseite und 17 Niederlagen in Folge laufen im Hintergrund schon die Planungen Richtung Kreisoberliga. Mit Heiko Jung (die GNZ berichtete) wird ein neuer Teammanager und Koordinator versuchen, das leckgeschlagene Schiff ins ruhige Fahrwasser zu bringen.
Torschützen SV09 Somborn: Sefa Gözütok (6), Egzon Shabani (5), Abulidh Yildiz (3), Gianluca Rossi (2), Marcel Beganovic (2), Samuel Schroeder (2), Sancar Mert (1), Michael Preis (1), Mustafa Aydin (1), Nico Laubach (1), Javier Romero (1).

ZAHLEN & FAKTEN

Die Fairnesstabelle wird von der JSK Rodgau angeführt. Das Team von Trainer Andreas Humbert hat keine Ampelkarte und keine Rote Karte zu verzeichnen. Kickers Obertshausen ist mit einmal Gelb-Rot Zweiter. Großkrotzenburg ist noch ohne Ampelkarte und hat nur einmal Rot erhalten. Erlensee ist ebenfalls ohne Rote Karte, dafür kassierten die „Heilmänner“ vier Ampelkarten. Mit sechs Roten Karten ist Germania Klein-Krotzenburg das Schlusslicht. Bischofsheim und Somborn verzeichneten je drei Feldverweise durch Rot. Bei den Ampelkarten ist Neuling Altwiedermus mit neun führend. Steinheim liegt mit sieben auf Rang zwei. Bei den Rotsündern sind Türk-Gücü-Keeper Muhammed Tok sowie die Klein-Krotzenburger Florent Hajzeraj und Gianpiero Iantorno mit je zwei Hinausstellungen die Wiederholungstäter der Liga.
Die meisten Treffer in einer Partier nämlich vier, gelangen Dietzenbachs Roland Pauna beim 6:0 gegen Somborn. Hochstadt feierte beim 8:0 gegen Somborn den höchsten Sieg der Saison. In bislang 177 Partien fielen 668 Treffer, das entspricht einem Schnitt von 3,8 Toren pro Match.
Die Zuschauerbestmarken halten die Begegnungen Altwiedermus gegen Somborn (420), Erlensee gegen Altwiedermus (350) und Oberndorf gegen Bad Orb (330).
Zum Allheilmittel Trainerwechsel griffen bislang nur zwei Klubs. In Bad Orb löste Helmut Dauth, Boban Milovanovic ab. In Obertshausen wurde Nils Noe durch das Spielergespann Marcel Dindorf und Simon Römgens abgelöst.
Selten war es in der Gruppenliga-Tabelle oben und unten so spannend wie in dieser Saison. Die Restrunde wird für viele Klubs zum Gradmesser werden, um ihre gesteckten Ziele zu erreichen. Deshalb werden die 14 Restspieltage für viele Teams ein Spagat zwischen Hoffen und Bangen.