Chronik des SV09

Vereinschronik des SV. 09 Somborn
Zusammengestellt von Jürgen Müller, 1. Vorsitzender 1990-2000

Am 21. November 1909 fand die Gründung im Lokal “Zum Schützenhof“ (Barbarossa- Ecke Jakobstr.) statt, das bis zu seiner Schließung, das Vereinslokal der Fußballer war. Als “Fußballclub Freigericht“ trug die Mannschaft vornehmlich Freundschaftsspiele aus.
Nachdem in Neuses und Horbach sich ebenfalls Fußballvereine zu gründen begannen, gab sich der Verein im Jahr 1910 den Namen SV. 09 Somborn. Ab diesem Zeitpunkt fanden regelmäßig Spiele statt, die auf verschiedenen Spielflächen ausgetragen wurden. Die Tore bauten die Spieler kurzerhand auf und mit der Größe der Spielfläche nahm man es damals noch nicht so genau.
Die erste Satzung erstellte 1919 der Vorsitzende Gottlieb Müller und ließ am 26.8. im Königlichen Amtsgericht in Meerholz den SV.09 Somborn ins Vereinsregister eintragen. In der Satzung stand zu lesen, dass der Verein für Spieler und Mitglieder für Zucht und Ordnung sorgte. Aufgenommen wurde nur, wer einen guten Ruf und ein unbescholtenes Auftreten vorweisen konnte. 2/3 der Mitglieder mussten ihre Zustimmung zur Aufnahme eines neuen Mitgliedes abgeben. Wer den Verein durch schlechtes Benehmen oder zweifelhaften Lebenswandel in Verruf brachte, konnte durch Mitgliederbeschluss aus dem Verein geworfen werden. Die Höchststrafe und Brandmarkung für ein Vereinsmitglied der damaligen Zeit
Die Spielkleidung bestand aus Hemd, Hose, Stutzen und Kopfbedeckung. Das Fernbleiben von Spielen ohne rechtzeitige und genügende Entschuldigung belegte der Spielausschuss mit 5,- Mark Strafe! Übermäßiger Alkohol und starkes Rauchen über die 10. Abendstunde ahndete der Spielausschuss mit mindestens 3,- DM Strafe. Wer sich den Anordnungen des Spielleiters widersetzte, konnte bis zu 1 Jahr vom Spielbetrieb ausgeschlossen werden oder er erhielt eine Strafe von 10,- DM verpasst. Auch unfaires Spiel und schlechtes Benehmen, bekamen das gleiche Strafmaß. Zum Glück Schnee von gestern.
In der Spielzeit 1919/20 feierten die 1. und 2. Mannschaft die 1. Meisterschaft und stiegen in die
B-Klasse Mittelmaingau auf. In dieser Zeit begann der Ausbau des Sportplatzes „ An der Hanauer Str.“, der Grundstein der heutigen Anlage wurde gelegt. 1920 fand die feierliche Einweihung statt. Turner und Fußballer teilten sich die Anlage als Sportstätte und über die Nutzung gab es zwischen den beiden Vereinen eine schriftliche Absprache. Sportheime gab es zu dieser Zeit nicht. Umgezogen und gewaschen (Schüssel mit kaltem Wasser) wurde im Vereinsgasthof „Zum Schützenhof“.
Während des 2. Weltkrieges kam der Spielbetrieb zum erliegen. Der Sportverein beklagte viele Gefallene und Kriegsgeschädigte. Flüchtlinge, Vertriebene und entlassene Kriegsgefangene, die nach Somborn kamen, konnten den Aderlass auffüllen und den Spielbetrieb sichern. Sie bereicherten das gesamte Vereinsgeschehen.
Auf dem Sportgelände gab es von nun an laufende Baumaßnahmen, die bis zum heutigen Tag das Erscheinungsbild des SV.09 Somborn prägen.
Schon 1947 beschloss der damalige 1. Vorsitzende Karl Müller die 1. Sportplatzerweiterung und die Verlegung einer Holzdrainage für das Spielfeld. Die Umkleidekabinen des ehemaligen Schwimmbades von Somborn (heute Sitz des Angelsportvereins) transportierten die Verantwortlichen zum Sportplatz, damit entfielen der Weg und die Beschwerlichkeit sich im Gasthaus umzuziehen und zu waschen.
Die inzwischen veralteten und maroden Holzkabinen wichen im Jahr 1955/56 dem 1. steinernen Bau von Umkleide-, Dusch- und Schiedsrichterräumen. Für die damalige Zeit eine Revolution im Kreis Gelnhausen. Zwei Jahre später erfolgte eine Erweiterung der Umkleideräume.
1958/59 setzen die Mitglieder eine neue Drainage in das Spielfeld ein, die heute noch ihre Dienste verrichtet. 550 m Rohrleitung kamen, mit Schippe und Pickel als Handwerkszeug, unter die Erde. Gleich im Anschluss baute man eine weitere Umkleidekabine, errichtete eine Zuschauerterrasse und nahm die
1.Flutlichtanlage in Betrieb.
Der 1. holländische Rollrasen kam 1968 auf den gefürchteten Sandplatz zur Verlegung. Durch eine zu kurze Anwachspause und ständiger Belastung durch Training und Spiele flogen beim Pokalspiel gegen Darmstadt 98 im Dauerregen die Rasenstücke durch die Gegend und der alte Zustand war schnell wieder erreicht.
Am Buß und Bettag 1968 erfolgte unter der Leitung des 1. Vorsitzenden Anton Dornhecker der
1. Spatenstich für das neue Sportheim, wie es sich noch heute in seinem Umfang präsentiert.
Im Januar 1972 feierte der Verein die Einweihung der größtenteils in Eigenleistung erbauten neuen Heimstätte.
1978 übergab die Gemeinde Freigericht den Hartplatz an den Verein, der jahrelange Sandabbau ermöglichte die Fläche für den neuen Platz. 3 Jahre später vervollständigte eine neue Flutlichtanlage die Spiel- und Trainingsbedingungen.
1982 übernahm Thomas Mühlhause den Vorsitz des SV.09 Somborn. Unter seiner Leitung erhielt der Hauptplatz 1982 eine komplette Sanierung, mit Auffüllen von Mutterboden und Neueinsaat des Rasens. Das Einweihungsspiel bestritt 1984 Viktoria Aschaffenburg, die in diesem Jahr von Horst Heese und Bernd Hölzenbein trainiert wurden. Dank der guten Pflege unserer Platzwarte befindet sich der Platz bis heute in einem hervorragenden Zustand.
Um die Wasserkosten für die Rasenbewässerung zu senken, konnte im Juni 1992 die 1. Zisterne, mit einem Fassungsvermögen von 30 m³, zur Nutzung des anfallenden Regenwassers vom Dach des Sportheimes ins Erdreich versenkt werden.
Ein verheerender Sturm deckte im August 1992 Teile des Daches vom Sportheim ab. Durch umher fliegende Eternitplatten erhielt die gesamte Abdeckung einen Totalschaden. Einlaufendes Regenwasser verursachte im Sportheim hohen Schaden an der Decke, den Wänden und dem Mobiliar. Durch eine große Spendenaktion und ein vom SV. Altenmittlau organisiertes Benefizspiel SV. Bernbach gegen eine Freigericht Auswahl kam das Startgeld für die Instandsetzung des Daches zusammen.
1994, unter der Vereinsführung von Jürgen Müller, erhielt das Sportheim eine komplette Renovierung und Sanierung. Die gesamte Elektrik mit neuen Sicherungskästen, die komplette Theke, das Mobiliar,
die Küche, das Vorstandszimmer, beide Toiletten, 2 Terrassentüren, 5 Fenster alles erneuert und eine Holzzwischendecke in der Gaststätte mit integrierter Beleuchtung, geschaffen für Feste und Feierlichkeiten.
Im September 1997 endete die Ära des ungeliebten Hartplatzes. 70.000 m² holländischen Rollrasen verlegten über 50 Helfer an 2 Tagen. Eine Beregnungsanlage, die aus der eingebauten Zisterne gespeist wird, wurde vorher eingebaut.
Eine von Jürgen Müller organisierte Spendenaktion erbrachte das Geld, um 1999 die dringend nötige Außenrenovierung des Sportheimes zu ermöglichen.
Unter der Koordination des 1. Vorsitzenden Berthold Martin startete im Juni 2005 eines der größten Projekte in der SV.09 Vereinsgeschichte. Die SVS Solar-Arena, eine Fotovoltaikanlage mit einer Leistung von 29,7 kW, wurde gebaut und ging am 30. November 2005 an das Netz der Kreiswerke Gelnhausen
Bis zur offiziellen Einweihung am 25. August 2006 schafften viele tatkräftige Vereinsmitglieder die Verlegung von 850 m² Verbundpflaster, den Bau eines Verkaufsstandes von 24 m² innerhalb der Anlage, die Befestigung von Zeltplanen als Windschutz, die Innenbeleuchtung und vieles mehr. Eine
2. Zisterne mit einem Volumen von 25 m³, die das Regenwasser des Arena Daches auffängt, kam als sinnvolle Ergänzung hinzu.
Bei den vielen baulichen Aktivitäten stellt sich die Frage, bleibt für` s Fußball spielen überhaupt noch
Zeit?
In der 100 jährigen Vereinsgeschichte stand der Fußballsport immer im Vordergrund. Das beweisen die wechselvollen Auf- und Abstiege, Erfolge und Niederlagen, die einen Mannschaftssport begleiten.
Aufstiege gab es in den Jahren 1920, 1922, 1948, 1957, 1963, 1965, 1974, 1986, 1995, 1997, 2003 und 2008 (A- und B- Team). Dem stehen Abstiege aus den Jahren1954, 1962 1967, 1973, 1978,1983, 1989 gegenüber. Im Jubiläumsjahr 2009 spielt das A-Team in der Verbandsliga Süd (vorher Landesliga) und das B-Team in der Kreisklasse A Gelnhausen.
Denkwürdige Spiele waren 1967 das Hessenpokal Endspiel gegen den FV Breidenbach das unser Gegner mit 4:1 gewann, das Pokalspiel gegen Kickers Offenbach im August 1967 vor 3.200 Zuschauern in Somborn. Nach einer 2:1 Pausenführung für Somborn, konnten die Kickers in der 2. Halbzeit das Blatt noch wenden und gewannen 4:2. Unsere Junioren Mannschaft, die Kurt Börner betreute, erreichte 1968 das Endspiel um den Commonwealth Pokal und spielte gegen Germania Wiesbaden, das Wiesbaden glücklich mit 2:1 für sich entscheiden konnte.
Aus der jüngsten Zeit bleibt das Relegationsspiel im Juni 2008 unseres A-Teams gegen Darmstadt- Arheiligen in bester Erinnerung. Nach einem 0:2 Rückstand, bog die Mannschaft die Partie noch um
und siegte 4:2. Sie legte damit den Grundstein zum Aufstieg in die Verbandsliga Süd.
Das waren zusammengefasst 100 Jahre Fußballsport des SV.1909 Somborn und wir freuen uns auf ein Jubiläumsjahr mit vielen Veranstaltungen.